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Bild zum Blogbeitrag Fashion, von F. Baddura

 

 

Ist das Fashion … oder kann das weg?

 

Heute wollte ich mir die neue Frühjahrsmode anschauen. Normalerweise genieße ich ich es sehr durch die Läden zu schlendern. Die Schnitte, die Farben, die Stoffe, das Material zu sehen und zu fühlen. Das was mir gefällt anzuprobieren. Um dann mit ein paar Schätzchen für die neue Saison nach Hause zu kommen.

 

Nun ja... 2021 muss man im Internet schauen. Das hat Vorteile aber auch ganz schön viele Nachteile. Das soll jetzt aber nicht mein Thema sein.

 

Was mir heute aufgefallen ist oder besser gesagt, was mich ärgert. (Nicht in allen Shops aber doch in einigen zu viel):

 

Der Ausdruck und die Körperhaltung der Models!

 

Ich sehe verzerrte und an Krankheit erinnernde Posen.

 

Mir gingen tatsächlich Fragen durch den Kopf wie: Hat sie einen Hexenschuss? Oder Migräne?

Ich sehe junge Frauen mit einem Habitus einer Greisin.

Ich sehe gekrümmte Körper, Ich sehe hoch gezogene und nach vorn verschobene Schultern, dazu verschränkte Arme.

Ich frage mich beim betrachten der Bilder: Schämt sie sich für ihre Brust?

Schämt sie sich für ihren Körper?

Das tut mir richtig weh. Nicht nur, weil ich als Tänzerin großen Wert auf eine gesunde Haltung und Ausstrahlung lege.

Das tut mir weh … als Frau!

 

Was für ein “Schick“ soll uns hier verkauft werden?

 

Und was macht das mit den jungen Frauen die noch auf der Suche sind? Die sich noch finden? Die sich an Vorbildern orientieren wollen?

 

Tatsächlich begegnen mir diese Körperhaltungen zu oft auf der Straße. Ich beobachte Menschen die scheinbar überhaupt kein Gefühl für ihren Körper haben. Die keine Ahnung davon haben, wie sich Spannung und Entspannung anfühlen.

 

Das Schlimme ist: Es ist dann auch egal, was für Klamotten dran hängen. Es sieht einfach alles nach nix aus. Im übrigen fühlt es sich auch nicht gut an. Das kann jeder in einem Selbsttest mal ausprobieren.

 

Übung:

Stelle dich hin und konzentriere dich auf deinen Körper. Atme tief ein und aus. Stell dir vor: Jemand zieht einen imaginären Stöpsel. Jetzt entweicht (wie bei einem Schwimmreifen) die Luft, also die Körperspannung. Stell dir eine Skala von 0 bis 10 vor. Lass so lange die Luft/Spannung raus, bis du bei 0 angekommen bist. Jetzt beginnst du wieder deinen Körper mit Spannung zu füllen. So als würde dich jemand mit Kraft und Energie aufpumpen.

Stell dir dabei wieder die Skala von 0 bis 10 vor. Die 10 ist das Maximum. Mehr Spannung geht nicht. Wiederhole die Übung so oft du willst und achte darauf, wie du dich in den einzelnen Etappen fühlst.

 

Im Leben sind alle Etappen der Skala wichtig. Wenn wir wirklich entspannen wollen, sollten wir uns im unteren Bereich, bis hin zur 0 bewegen können. Wenn wir wach, aktiv und aufmerksam sein wollen, müssen wir uns in den oberen Bereich begeben. Sonst wird das leider nichts. Wenn wir es nicht schaffen uns selbst mit Körperspannung zu versorgen, werden wir uns immer müde und schlapp fühlen. Es geht um eine innere Aufrichtung, die dabei hilft gesund und gut gelaunt durch´s Leben zu kommen. Wie Einatmen und Ausatmen – Spannung und Entspannung.

 

In meinen Workshops und Tanzkursen habe ich diese Übung sehr gern angeleitet. Immer mit wichtigen Aha-Erlebnissen für die Teilnehmerinnen.

 

Der Körper ist lernfähig, wenn die richtigen Impulse kommen.

 

Das wissen alle Tänzer und Sportler. Das wissen alle Menschen die sich mit diesem Thema bewusst auseinander setzen. Doch was passiert, wenn diese Impulse ausbleiben?

 

Zur Zeit macht es mir große Sorge, dass alle sportlichen und kulturellen Aktivitäten in der Gemeinschaft verboten sind. Besonders jetzt wäre es wichtig!

Das Internet kann diesen Verlust nur teilweise ausgleichen. Wir Menschen brauchen die Gemeinschaft. Die Motivation untereinander. Viele Menschen brauchen auch die Regelmäßigkeit eines Termins und eine gewisse Verpflichtung die sie damit eingegangen sind.

 

Stattdessen wird der Couchpotato als Held gefeiert.

Und die Mode-Ikonen können nicht mehr gerade stehen.

 

Der weibliche Körper war (und ist immer noch) vielen Projektionen ausgesetzt. Gerade in der Mode! Und jetzt wird das Thema sehr komplex.

 

Es scheint mir: Es wird damit ein Gegenentwurf zur “Sexy-Hexi“ präsentiert.

Es soll gleich gar niemand auf die Idee kommen, dass die gezeigte Frau ein sexuelles Wesen sein könnte. Also werden alle fraulichen Reize versteckt.

Wahrscheinlich wird angenommen, dass sich die Käuferinnengruppe da besser verstanden fühlt.

Nur gut gemeint ist nicht gleich gut gemacht. Hier verdreht sich das vermeintlich Gute zum extrem Schlechten.

 

Ich weiß sehr wohl, dass viele Frauen große Probleme mit dem eigenen Körper haben. Und sich gar nicht trauen aufrecht durch´s Leben zu gehen.

Am Beispiel der weiblichen Brust kann ich das gut beschreiben.

Vielen Frauen wurde eingeredet: “Deine Brust ist nicht richtig“. Manche von uns haben bereits in der Pupertät gelernt, dass es besser ist, die Brust zu verstecken. Denn es war peinlich, als die “Dinger“ auf einmal gewachsen sind. Während die einen ihre Brust als zu groß empfinden, haben die anderen Komplexe, weil die Brust zu klein ist, nicht die richtige Form hat oder was auch immer.

 

In der Mode wird seit Jahren eine knabenhafte Figur propagiert.

 

Nur die meisten Frauen sehen eben anders aus. Wahrscheinlich hat sich die Natur was dabei gedacht ;-)

So viele Frauen leiden unter diesem bescheuerten Modediktat, weil diesem Bild eben nur wenige Konstititions-Typen entsprechen.

Da könnte man doch mal die Frage stellen:

Warum sich die knabenhafte Figur in der Mode so fest gesetzt hat?

Zu diesem Thema habe ich, in einem Buch von Rüdiger Dahlke, einen interessante These gefunden.

Dafür müssen wir hinter die Kulissen der High-Fashion-Industrie schauen.

Da fällt auf, dass dort vor allem schwule Männer Karriere machen. Könnte es sein, dass schwule Männer knabenhafte Figuren bevorzugen?

 

Seit Jahren kasteien sich Frauen, um einem Modebild zu entsprechen, dass Männer entworfen haben, die gar nicht auf Frauen stehen.

Die meisten Hetero-Männer mögen nämlich durchaus die weiblichen Rundungen und können die weibliche Hysterie überhaupt nicht verstehen.

 

In Spanien sagen die Frauen: “Tragt eure Brüste wie der Stier seine Hörner.“

Das ist doch ein herrliches Statement! Dieser Satz kann Wunder bewirken und ist eine Befreiung. Ich habe es in meinen Tanzkursen selbst erlebt.

 

 

Lasst uns mit mehr Wohlwollen auf unsere Körper schauen.

Die Brüste sind die Brüste.

Ohne Wertung.

Die gehören zum weiblichen Körper einfach dazu.

Schönheit kennt viele Formen.

Und kommt vor allem aus unserem Inneren. Wenn wir bewusst und respektvoll mit uns und mit anderen umgehen, können wir wie wundervolle Blumen erblühen.

Unsere Weiblichkeit feiern.

Und aufrecht durch´s Leben gehen.

 

 

Auch in meinen Bildern reflektiere ich das Thema. Mich interessiert die Ästethik.

Die Schönheit des Lebens.

Die Weisheit der Frauen.

Das treibt mich an.

Und scheinbar braucht das unsere Welt.

 

 

 

Mein Fazit von heute:

Ich habe nichts gekauft. Mode soll Freude machen und die eigene Persönlichkeit unterstreichen. Diese Bilder haben mich abgeschreckt und nicht inspiriert. Da mache ich nicht mit!

 

Und ich lade euch ein:

 

Mit Genuss aufrecht durchs Leben zu gehen.

Uns SELBST bewusst.

In allen Facetten der Schönheit.

 

F. Baddura, 25. Februar 2021 

 

 

Franka mit ihrem Design

 

Mit schönen Dingen das Leben feiern?

 

Mein Bild "Loslassen"

gibt es übrigens auch zum anziehen.

  

Wen das interessiert, der schaue mal in meinen Künstlershop.

 

 

Hier geht es zum Design.  

 

 

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